LEITFADEN ZUR HALTUNG

EUROPÄISCHER LANDSCHILDKRÖTEN

 

 

Eine praktische Anleitung für die Haltung von:

Griechischen Landschildkröten

europäischen(!) Maurischen Landschildkröten *)

Breitrandschildkröten

Vierzehensteppenschildkröten

*) Es gibt auch nordafrikanische Unterarten der Maurischen Landschildkröte, deren EXTREM SCHWIERIGE Haltung selbst für Fachleute eine Herausforderung darstellt.

 

Vorwort

Grundvoraussetzungen für die Haltung

Der Körper

Gesetzeslage

Woher?

Welche Art?

Wie viele Tiere?

Freigehege

Innenterrarium

Ernährung

UV-Licht

Krankheiten

Winterruhe

Sommerruhe

 

VORWORT

 

Nachdem wir immer wieder Klagen hören, dass es so viele verschiedene Schildkrötenbücher mit so vielen verschiedenen Meinungen und Anleitungen gibt, die entweder für Anfänger zu kompliziert und umfangreich oder aber zu ungenau und zuwenig praxisbezogen sind, ist es das Ziel dieses Buches, genau diese Lücke zu füllen. Kurze und klare Erklärungen (z.B. zur Rechtslage) und genaue, praxisnahe Beschreibungen (z.B. zu Anschaffung, Haltung ...) sollen Menschen, die überlegen, eine Schildkröte bei sich aufzunehmen, die Information über die grundlegenden Erfordernisse so einfach wie möglich machen.

 

 

GRUNDVORAUSSETZUNGEN

für die Haltung von Landschildkröten:

 

Freilandhaltung im Sommer

Gründliche Kenntnisse über die artgerechte Haltung

Kenntnis der Rechtslage der unter Artenschutz stehenden Schildkröten

Akzeptanz der Tatsache, dass Schildkröten Wildtiere sind (und bleiben). Schildkröten sind keine Kuscheltiere!

SCHILDKRÖTEN SIND KEINE EINFACH ZU HALTENDEN TIERE!!!!!

Bitte vergessen Sie die Gepflogenheiten der Sechziger- und Siebzigerjahre in Bezug auf Schildkröten, wo diese als Haustier ge- und behandelt wurden wie etwa eine weiße Maus. In der Zeitspanne bis heute hat sich da einiges zum Wohle der Tiere geändert. Schildkröten sind artengeschützt nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen und die Art und Weise des Artenschutzes ist gesetzlich streng geregelt (siehe GESETZESLAGE).

Schildkröten sind Wildtiere und bleiben es bei artgerechter Haltung auch, wenngleich ein gewisses Maß an Zutraulichkeit durchaus erreichbar ist. Wenn Sie aber ein Haustier zum Streicheln und Kuscheln möchten, ist eine Schildkröte denkbar ungeeignet.

Schildkröten haben bestimmte Ansprüche an Haltung und Ernährung und nehmen Haltungsfehler langfristig ziemlich übel. Jemand der meint, seine Schildkröte sei stolze 30 oder auch 40 Jahre alt geworden, also könne er nichts falsch gemacht haben, irrt: Geht man von einer Lebenserwartung von ca. 100 Jahren aus, so hat solch ein Tier kaum mehr als ein Drittel des normalen Alters erreicht. Schildkröten leiden lange Zeit still und unbemerkt. Wenn Probleme festgestellt werden, ist es oft schon zu spät.

Am einfachsten ist es, sich die Heimat der Schildkröten vor Augen zu halten - wie es dort aussieht, was dort wächst, wie das Klima ist. Daraus ist oft schon eine Antwort auf die meisten Fragen abzuleiten.

 

DER KÖRPER

Panzer: Entgegen der landläufigen Meinung ist der Schildkrötenpanzer KEIN massives und unzerstörbares Ding. Die von außen sichtbare Hornschicht ist so dünn wie ein Fingernagel. Darunter beginnt sofort der Knochen mit Beinhaut und Nerven. Ein Loch in den Panzerrand zu bohren, bedeutet Schmerz für die Schildkröte, Infektionsgefahr und ist eine blutige Angelegenheit.

Haut: Die Haut der Schildkröte erneuert sich genau wie die des Menschen, allerdings löst sie sich in größeren Stückchen ab. Lose Hautstücke dürfen niemals weggezupft werden. Ein Wegreißen könnte das Tier verletzen. Hautablösung in großen Fetzen kann auch ein Krankheitszeichen sein. Wenn aber unter den losen Teilen neue, gesunde Haut zu sehen ist, handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit nur um die normale Erneuerung.

Krallen: Im Normalfall wetzen sich die Spitzen der Krallen durch das Laufen auf Stein und anderem rauen Boden von selbst ab - vorausgesetzt, das Freigehege und das Terrarium sind artgerecht eingerichtet. Sollten die Krallen einmal viel zu lang werden, müssen sie vom Tierarzt gekürzt werden.

Augen: Die Augen der Schildkröte sind dunkel, klar und glänzend. Veränderungen deuten auf Erkrankung hin, zum Beispiel Trübung, Verklebung, Schwellung, Hervortreten der Nickhaut usw.

Ohren: Das Trommelfell der Schildkröte ist ein ovaler, glatter Fleck hinter den Augen. Schildkröten können tiefe Töne am besten hören. Eine Wölbung des Trommelfells nach außen kann Zeichen einer Entzündung oder eines Abszesses sein.

Maul: Schildkröten haben keine Zähne, sondern Hornscheiden. Diese bleiben in der richtigen Form, wenn das Tier ausreichend Gelegenheit hat, die Ränder abzuwetzen. Das geschieht in der Regel durch das Abreißen von noch im Boden festgewachsenem Futter, durch die Aufnahme von härterem Futter, wie zum Beispiel Heu oder Kräutern mit dickeren, zähen Stängeln oder Blättern. Sepia (der Kalkpanzer von Tintenfischen - näher erklärt im Kapitel Ernährung/Kalk) ist hervorragend geeignet und sollte ohnehin immer angeboten werden.

Sollten die Hornscheiden doch zu lang werden und sich ein so genannter „Papageienschnabel" bilden, der das Tier beim Fressen arg behindert, muss er vom Tierarzt gekürzt werden. Das ist für die Schildkröte mit keinerlei Schmerz verbunden und ermöglicht ihr wieder eine normale Futteraufnahme.

Geschlecht: Die Unterscheidung der Geschlechter ist bei Schildkröten erst im Alter von einigen Jahren wirklich eindeutig und sicher möglich. Bei Jungtieren ist es nahezu unmöglich - es kann sich hier höchstens um Vermutungen handeln.

 

 

GESETZESLAGE

Schildkröten sind vom Aussterben bedroht und deshalb artengeschützt nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen - mit strengen gesetzlichen Auflagen:

Eine Schildkröte darf nur mit Papieren (gelbe EU-Bescheinigung), die die Herkunft nachweisen, erworben, verkauft oder weitergegeben werden. Diese EU-Bescheinigung wird von der zuständigen Naturschutzbehörde (in Österreich die Abteilung „Artenschutz" im Landwirtschaftsministerium) ausgestellt.

Die Haltung jeder Schildkröte muss bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft (Bundesländer) bzw. beim zuständigen Magistratischen Bezirksamt (Wien) gemeldet werden.

Für die Haltung von Schildkröten (wie auch für alle anderen Tiere) schreibt das österreichische Tierschutzgesetz so genannte Mindestanforderungen vor, die z. B. die Terrariengröße, Terrarieneinrichtung, andere für das Tier nötige Hilfsmittel sowie Richtlinien über die artgerechte Haltung beinhalten.

Alle Gesetzestexte können im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes (www.ris.bka.at) bzw. auf der Homepage des Landwirtschaftsministeriums (www.lebensministerium.at/umwelt) nachgelesen werden.

 

 

WOHER

Nehmen Sie NIEMALS eine Schildkröte aus dem Ausland (z.B. Urlaub) mit nachhause!

Es ist verboten, Schildkröten aus der Natur zu entnehmen (Wildfänge).

Es ist verboten, Schildkröten aus- bzw. einzuführen.

Es ist verboten, Schildkröten ohne Ursprungspapiere (EU-Bescheinigung) anzunehmen und es ist derzeit unmöglich, ein solches Tier zu legalisieren.

Sie können aus den vorgenannten Gründen ernsthaft mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Es ist fast unmöglich, Wildfängen bei uns die gleichen Bedingungen zu bieten wie im Heimatbiotop. Aus diesem Grund sind deren Überlebenschancen durch massive Umstellungsschwierigkeiten und Reisestress äußerst gering.

LEGALE MÖGLICHKEITEN ZUM ERWERB EINER SCHILDKRÖTE:

Auffangstation oder Tierheim: Die sinnvollste Variante ist sicherlich, einem herrenlosen Tier eine neue Heimat zu geben. Es kann durchaus sein, dass in einer Tierschutzinstitution Schildkröten mitsamt Herkunftspapieren abgegeben werden. Oder Schildkröten, deren Herkunft nachweisbar ist und für die demnach EU-Bescheinigungen beim Ministerium beantragt werden können (z. B. Nachzuchten von ordnungsgemäß gemeldeten Elterntieren). Auch Tiere ohne Papiere können unter bestimmten Voraussetzungen von einer Auffangstation weitergegeben werden.

Züchter: Es gibt in Österreich eine Anzahl von Züchtern, wo Sie eine Schildkröte ordnungsgemäß erwerben können. Ein seriöser Züchter darf Tiere nur mit Herkunftspapier (EU-Bescheinigung) an Sie abgeben. Andernfalls werden dann Sie Schwierigkeiten bei der ordnungsgemäßen Meldung des Tieres bekommen. Sollte jemand diesen Tatbestand zur Anzeige bringen, haben Sie mit erheblichen rechtlichen Konsequenzen zu rechnen.

Von Privat: Schildkröten mit Herkunftspapieren (CITES) aus Privatbesitz können natürlich ebenfalls verkauft oder weitergegeben werden. Sie müssen vom Vorbesitzer bei der Behörde ab- und vom Neubesitzer bei der für dessen Wohnort zuständigen Stelle angemeldet werden.

Zoohandel: Aus gutem Grund steht diese Möglichkeit an letzter Stelle. Reptilienkundige, seriöse Zoohandlungen sind dünn gesät, meist geht es nur darum, schnell Geld zu machen. Dass sich dies auf den Zustand der Tiere und die Weitergabe von geeigneten Informationen zu Haltung usw. nicht positiv auswirken kann, liegt auf der Hand.

Fundtiere stellen ein spezielles Problem dar. Nachdem eine entlaufene oder ausgesetzte Schildkröte ihre Herkunftspapiere normalerweise nicht im Täschchen mit sich trägt, ist es nicht erlaubt, ein solches Tier einfach zu behalten. Es muss beim Zoll bzw. beim Landwirtschaftsministerium/Abt. Artenschutz gemeldet werden. Eine ordnungsgemäße Möglichkeit zur Legalisierung solcher Tiere ist angedacht.

 

WELCHE ART?

Die im Vergleich in unseren Breiten am relativ „einfachsten" zu haltende Schildkrötenart ist die Griechische Landschildkröte = Testudo hermanni, gefolgt von der europäischen(!) Maurischen Landschildkröte = Testudo graeca und der Breitrandschildkröte = Testudo marginata. Diese drei Arten leben in ihrer Heimat in Biotopen, wo sie auch feuchten Bodengrund zum Vergraben vorfinden. Entgegen der landläufigen Meinung mögen es diese drei Arten NICHT ausschließlich trocken, sie liegen auch nicht pausenlos in der glühenden Sonne. Sie werden z. B. in Griechenland kaum eine Schildkröte in der Mittagszeit in der Sonne vorfinden. Aufgrund der Vorliebe für feuchte Stellen und gemäßigte Hitze ist eine Sommerfreilandhaltung in unseren Gärten gut möglich.

Die vierte bei uns recht bekannte Art ist die Vierzehensteppenschildkröte = Agrionemys horsfieldii, im Volksmund auch „russische Landschildkröte" genannt. Sie braucht allerdings TROCKENEN BODEN, um gesund zu bleiben und ist daher für unsere doch meist feuchten Gartenböden nur bedingt geeignet. Ihr müsste man mit guter Drainage und rasch trocknenden Oberflächen (z.B. Kies) eigene „Trockenbereiche" im Freigehege schaffen.

Größe: Weibchen werden im Normalfall um gut ein Drittel größer als die Männchen. Die größte unter den oben angeführten Arten ist die Breitrandschildkröte (bis ca. 40 cm Panzerlänge), die kleinste am ehesten die Vierzehensteppenschildkröte (bis ca. 25 cm Panzerlänge).

 

 

WIE VIELE TIERE?

Bisher wurde zumeist angenommen, dass Schildkröten Einzelgänger sind. Vielleicht stimmt das – oder auch nicht. Ich habe jedenfalls in mehreren Fällen die Erfahrung gemacht, dass in Gruppen gehaltene Tiere erheblich aktiver und fresslustiger sind und offenbar das entwickeln, was man gemeinhin als Lebensfreude bezeichnet. Selbst „Kümmerlinge", die ich einzeln gehalten hatte, um sie aufzupäppeln, hatten nach Eingliederung in eine (möglichst gleichaltrige) Gruppe im Nu aufgeholt, was sie zuvor an Wachstum und Aktivität versäumt hatten. Das soll jetzt nicht heißen, dass man eine Schildkröte nicht auch einzeln halten kann. Man ist aber in Schildkrötenkreisen in letzter Zeit vermehrt zu dem Schluss gekommen, dass Gruppenhaltung erheblich besser und artgerechter ist. Bei Haltung von mehr als einem Tier ist folgendes zu beachten (soweit möglich, denn bei Jungtieren ist das Geschlecht noch nicht erkennbar):

Wenig bis keine Probleme sind bei gemeinsamer Haltung von mehreren Weibchen zu erwarten.

Eine Gruppe von mindestens 3 Männchen kann eine brauchbare Lösung sein. Trotzdem besteht die Gefahr von massiven Rangkämpfen, bei denen sich die Tiere ernsthaft verletzen können. Rangkämpfe in den ersten Tagen sind normal. Wenn die Rangordnung aber letztlich nicht ausgefochten werden kann, müssen die Tiere getrennt gehalten werden. Im Normalfall sollte eine solche Gruppe aber auf Dauer miteinander auskommen.

Die denkbar schlechteste Konstellation ist ein Pärchen. Schildkrötenmänner sind sexuell äußerst aktiv und bedrängen die Weibchen fast ununterbrochen. Ein einzelnes Weibchen kann an diesem Stress zugrunde gehen. Auch hier muss eine getrennte Haltung in Betracht gezogen werden.

Eine ideale Gruppe stellt ein Männchen mit mehreren (im Idealfall drei) Weibchen dar. Allerdings kann es auch hier passieren, dass der Schildkrötenmann nur eine der Damen bevorzugt und nur diese bedrängt. Abhilfe wieder durch - zumindest zeitweise - getrennte Haltung. Achtung: Weibliche Tiere ab dem geschlechtsreifen Alter sind kaum erhältlich!

Vor der Geschlechtsreife ist grundsätzlich nicht mit Problemen zu rechnen. Der Zeitpunkt der Geschlechtsreife hängt nicht so sehr vom Alter, sondern von Größe und Gewicht ab. Bei guter Haltung und demnach langsamem Wachstum tritt sie erst nach etlichen Jahren ein.

 

 

FREIGEHEGE

Lage:

Das Freigehege soll möglichst nach Süden ausgerichtet sein und volle Sonne haben, aber unbedingt auch Schatten! Schatten bieten den Tieren die im Gehege angepflanzten Sträucher, Wurzeln, Baumstämme, Steine usw. Ist keine Südlage vorhanden, ziehen die Tiere im Normalfall Morgensonne vor.

Größe:

Für die Größe des Freigeheges gilt grundsätzlich: je größer desto besser. Dies gilt für halbwüchsige oder erwachsene Schildkröten, Jungtiere sollte man in einem überschaubaren Gehege unterbringen (je nach Anzahl zwei Quadratmeter oder mehr), das mit einem Gitter gegen Vögel, Marder usw. abgedeckt werden muss. Mindestens sollte man jedoch schon einige Quadratmeter zur Verfügung stellen, die gut strukturiert sein sollten, damit die Tiere sich verstecken und aus dem Weg gehen können. Je weniger Platz man zur Verfügung hat, umso besser muss die Strukturierung beschaffen sein: Hügel, Gruben, Wurzeln zum Klettern, hohle Baumstämme und Schutzhütten, kleine und größere Sträucher, Pflanzen in Mengen. Eine normale Wiese ist völlig ungeeignet. Es muss sonnige und schattige Plätze geben, feuchte und trockene, weiche (Erde) und harte (Steine, Holz).

 

Eingrenzung:

Einen ganz wichtigen Teil des Freigeheges stellt eine ausbruchsichere Umrandung dar. Schildkröten sind wahre Ausbruchskünstler - überklettern zum Beispiel bis zu 2 Meter hohe Maschendrahtzäune und graben sich unter Einfriedungen durch. Selbst glatte senkrechte Flächen können manchmal dadurch überwunden werden, dass sich die Kröten die "Räuberleiter" machen (selbst beobachtet!!). Es klettern zwei aufeinander, darauf eine dritte, die dadurch den Rand des Mäuerchens erreicht und sich darüber fallen lässt. Oder sie klettern in einer Ecke die Mauer hoch, indem sie links und rechts die Krallen in kleine Unregelmäßigkeiten einsetzen und langsam hoch marschieren. Halten Sie bitte in dieser Hinsicht NICHTS für unmöglich!

Die Einfriedung sollte ca. einen halben Meter hoch sein (mindestens 30 cm) und auf der Innenseite von möglichst glatter Beschaffenheit. Bei mir haben sich Frühbeetelemente aus Kunststoff bestens bewährt. Sie sind glatt, verrotten nicht, sehen nicht schlecht aus und sind flexibel - man kann das Gehege problemlos umgestalten oder verlegen oder vergrößern usw. Ein Mäuerchen aus Hohlblocksteinen ist zwar nicht so flexibel, man kann aber die Hohlräume gleich mit Futterkräutern bepflanzen. Holz, Plexiglas, Kunststoffplatten und ähnliches kann man ebenfalls verwenden. Bei Rollrabatten und Holzlatten sollte man am oberen Rand im rechten Winkel ein Abschlussbrett anbringen, das ein Stück nach innen ins Gehege übersteht, um das Überklettern zu verhindern - vor allem in den Ecken!

Welche Art der Umrandung man auch wählt, sie muss mindestens 15 cm in den Erdboden versenkt werden, um das Untergraben zu verhindern. Bei der Vierzehensteppenschildkröte, die als wahrer Grabekünstler bekannt ist, muss mindestens 30 cm in den Boden versenkt werden. Diese Art gräbt in ihrem natürlichen Lebensraum klimabedingt bis zu 12 m lange und metertiefe Gänge.

Schutz nach unten:

Um Gehege in exponierteren Lagen gegen Nagetiere zu schützen, die von unten zu den Schildkröten vordringen könnten, muss praktisch eine Art Drahtkorb in den Boden versenkt werden. Das heißt: den Boden im ganzen Gehege mindestens einen halben Meter tief abgraben. Die Grube unten und an den Seiten mit einem engmaschigen, stabilen Gitter auslegen. Erde wieder einfüllen. So wird einerseits verhindert, dass Schadnager in das Gehege eindringen können und andererseits auch, dass die Schildkröten durch Graben aus dem Gehege entkommen.

 

Bodengrund:

Unregelmäßiger und unebener bepflanzter Erdboden (=feuchter Teil), teilweise Natursteinplatten oder flache Steine (zum Abwetzen der Krallen), Flächen mit grobem Kies (= trockener Teil). Hält man weibliche Schildkröten, muss ein nach Süden ausgerichteter Legehügel aus Sand/Erdegemisch angelegt werden, um eine Möglichkeit zur Eiablage zu bieten. Schildkröten legen Eier auch ohne Befruchtung durch ein Männchen.

 

Bepflanzung:

Alle Arten von ungiftigen Kräutern und vor allem UNkräutern (angefangen von Ackerwinde und Brennessel über Löwenzahn und diverse Malvenarten bis Wegwarte und Zaunwinde). In einschlägigen Büchern über Wiesenpflanzen kann man sich Anregungen holen (z.B. "WAS BLÜHT DENN DA"), ebenso im Internet (z.B.: www.schildifutter.de – die meiner Meinung nach umfassendste, beste und informativste Seite über Schildkrötenfutter!!).

Sträucher, wie Lavendel, Margeriten, Thymian, Basilikum, Oregano, Majoran, Heidelbeeren, Rosmarin, Liebstöckel, Petersilie, Rosenbüsche usw. usw. usw. Die typischen mediterranen Gewürzpflanzen (Rosmarin, Thymian etc.) bieten durch die kleinen Blättchen bzw. schmalen "Nadeln" den von den Tieren am meisten geliebten Halbschatten.

Viele dieser genannten Pflanzen werden von den Schildkröten sehr gerne gefressen, die Geschmäcker sind aber auch bei den Tieren verschieden. Soll eine begehrte Pflanze größer werden, muss sie geschützt werden, z.B. Pflanzung in einen Schalstein. Wenn genug Platz vorhanden ist, kann man einen Teil des Geheges als „Weide" abtrennen und nur zeitweise zum Fressen öffnen. So können die Pflanzen immer wieder ungestört wachsen und es werden nicht nur die Jungtriebe, sondern die viel wertvolleren ausgewachsenen Teile gefressen.

 

Einrichtung:

Zum Trinken und Baden muss eine Wasserschale bereitgestellt werden, auch wenn man die Schildkröte nie trinken sieht. Blumentopfuntersetzer aus Ton sind gut geeignet.

Schildkröten klettern gern und brauchen Möglichkeiten, um sich zu verstecken. Dafür kann man zum Beispiel ausgegrabene Wurzelstöcke, Röhren aus Naturkork, hohle oder halbierte Baumstämme oder geeignet geformte größere Steine ins Gehege legen. Zum Verstecken werden auch sehr gerne die kleinen Sträucher benützt.

 

Schutzhaus:

Schildkröten brauchen im Freigehege ein Schutzhaus, in das sie sich bei Regen und Kälte zurückziehen können. Es gibt fertige, sehr teure Frühbeete - zum Beispiel von Neogard - die man dazu verwenden kann. Es gibt aber auch viele preiswerte Möglichkeiten, die als Schutzhaus sehr gut zu verwenden sind.

Zum Beispiel ein ganz normales Frühbeet aus Kunststoff (z.B. von JUWEL, in jedem Baumarkt erhältlich). Entweder stellt man es direkt auf den Erdboden und schneidet einen Eingang in eine Seitenwand. Oder man stellt es auf einen Sockel von Ziegelsteinen und lässt einen Stein aus, um so einen Eingang zu bilden. Oder man nimmt als Sockel dicke Holzpfosten und lässt ebenfalls ein Stück als Eingang frei. Als Windschutz für den Eingang zwei Stück Teichfolie zuschneiden - rundum einige Zentimeter größer als die Eingangsöffnung - übereinander legen und am oberen Rand zusammenkleben. Jedes Blatt Folie einschneiden im Abstand von ca. 2-3 Zentimetern, und zwar versetzt, so dass jeweils der Schlitz des einen Stückes durch den Streifen des anderen abgedeckt wird. Diesen „Vorhang" über dem Eingang anbringen (kleben, schrauben, klemmen o.ä.).

Ein auf niedrigen Leisten aufgestellter und schildkrötengerecht adaptierter Hasenstall hat sich auch bewährt. Das Gitter mit einem Stück Doppelstegplatte (Baumarkt) verschließen, in die meist zu große Verschlussklappe eine der Schildkröte angepasste Öffnung sägen und das Türchen festschrauben. Windschutz anbringen wie zuvor beschrieben, einige Zentimeter hoch Erde einfüllen.

Eine Variante, die keinerlei Arbeit verursacht, ist ein Katzenklo aus Kunststoff in Form eines Häuschens mit Schwingtürchen. Diese sind ebenfalls in Baumärkten kostengünstig zu kaufen. In das Unterteil, wo sich normalerweise die Katzenstreu befindet, Erde einfüllen, Oberteil drauf, Schwingtürchen einhängen. Vor den Eingang als Einstiegshilfe einen flachen Stein, ein Stück Korkrinde oder ähnliches legen (Höhe je nach Größe der Schildkröte/n) - fertig. Man kann das Unterteil auch ein Stück in den Boden eingraben, damit der Eingang tiefer liegt. Die Schildkröten begreifen den Mechanismus des Schwingtürchens sofort! Wenn das Oberteil Lüftungsschlitze hat, mit Teichfolie oder stärkerer Plastikfolie abkleben, damit Regen nicht eindringen kann. Es gibt aber auch Oberteile, die komplett geschlossen und meist sogar billiger sind.

Natürlich kann man - wenn man Spaß daran hat - auch ein Haus aus Holz oder Ziegeln selbst bauen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange es den Zweck erfüllt.

ACHTUNG: Für Vierzehensteppenschildkröten muss das Substrat im Schutzhaus TROCKEN sein: trockenes Sand/Erde-Gemisch und ev. Stroh!! Heu schimmelt sehr schnell und sollte nur als Futter Verwendung finden - Reste müssen täglich entsorgt werden.

Welche Variante eines Schutzhauses Sie auch wählen, einige Anforderungen müssen erfüllt werden: Die Schildkröte muss sich im Schutzhaus in geeignetem Bodengrund vergraben können und in jedem Fall muss es gegen Marder, Ratten und andere Nagetiere gesichert werden. Nach unten zum Beispiel durch das Eingraben eines Gitterkorbes in die Erde. Es ist schon vorgekommen, dass Halter nur mehr die leergefressenen Panzer ihrer Tiere wieder gefunden haben.

 

JUNGTIERE:

Gehege für sehr kleine Schildkröten müssen besonders gegen tierische Feinde gesichert werden (z.B. Marder). Vögel stellen ebenfalls eine große Gefahr dar. Es gibt Schildkrötenhalter, die ihre Tiere in der Dachrinne ihres Hauses wieder gefunden haben – oder auch gar nicht mehr. Es muss also eine Abdeckung geschaffen werden. Je nach Form des Geheges kommen in Frage:

1. Abdeckung mit Gitter (z.B. auf einem Holzrahmen)

2. Abdeckung durch ein Vogelnetz

Grundsätzlich sollte man bei der Anlage eines Freigeheges auch daran denken, dass Schildkröten ein begehrtes Diebsgut sind.

 

 

 

INNENTERRARIUM

Grundsätzlich kann eine Haltung im Innenterrarium bei europäischen Landschildkröten nur eine Not- bzw. Übergangslösung sein. Im Normalfall, wenn eine geeignete Schutzhütte im Freigehege vorhanden ist, können die Tiere ins Freie, sobald keine gravierenden Nachtfröste mehr zu erwarten sind und verbleiben dort, bis im Herbst die Nachttemperaturen wieder dauerhaft auf etliche Grade unter Null sinken. Lediglich in einer kurzen Übergangsphase ist eine Terrarienhaltung vertretbar und natürlich für Tiere, die zum Beispiel durch Krankheit nicht eingewintert werden können oder für Jungtiere, die eine verkürzte Winterruhe halten (6-8 Wochen).

 

Größe:

Wie beim Freigehege gilt auch hier: je größer - desto besser! Allerdings sieht das österreichische Tierschutzgesetz für die Haltung von Tieren so genannte Mindesthaltebedingungen vor. Den Gesetzestext mit den genauen aktuellen Vorschriften können Sie im Internet nachlesen - im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes: http://www.ris.bka.gv.at/.

 

Terrarium:

Sie können jedes Material verwenden, das die Feuchtigkeit des Substrats aushält, wie Kunststoff oder Glas. Auch eine simple Konstruktion aus Holzbrettern ist geeignet, wenn man sie mit Teichfolie auslegt, um die Verrottung des Holzes durch die Feuchtigkeit zu verhindern. Für kleinere Schildkröten kann man ein sehr preisgünstiges Terrarium aus Styroporplatten in jeder beliebigen Größe kleben (Spezialkleber!) und ebenfalls mit dünner Teichfolie auslegen. Die Höhe muss mindestens 30 cm betragen, um ein Überklettern zu verhindern, auch wenn ca. 10 cm Erde eingefüllt sind.

 

Befüllung:

Am besten eignet sich ungedüngte und leicht feuchte Gartenerde oder Aussaaterde (= fast ungedüngt) aus dem Baumarkt. Normale Blumenerde ist meist stark vorgedüngt. KEIN SAND, KEINE MAISSTREU, KEINE SONSTIGEN TROCKENEN MATERIALIEN!!!

All dies ist völlig ungeeignet und kann zu gesundheitlichen Problemen, wie Verstopfung oder sogar Darmverschluss, führen. Je nach Größe der Schildkröte/n soll die Höhe der Erdschicht mindestens 5 cm (für Jungtiere) bis 15 cm und mehr (für erwachsene Tiere) betragen. Die Schildkröten sollen sich jedenfalls im Substrat vergraben können. Trockener Bodengrund verursacht auch Höckerbildung im Panzer.

Es ist ausreichend, wenn - je nach Größe des Terrariums - die Hälfte bis ein Viertel der Grundfläche feucht gehalten wird. Sinnvollerweise nimmt man dafür die Ecke, die man eventuell bepflanzt hat und wo auch die Wasserschüssel steht. Damit die Erdoberfläche nicht ständig feucht ist und dadurch schimmelt, gießt man regelmäßig nur in einer Ecke Wasser nach. So saugt sich der Boden von unten voll und bleibt oben eher trocken. Teilweises Bedecken der Erdoberfläche mit Kies und Steinen verhindert ebenfalls die Schimmelbildung.

Damit die Tiere gut laufen können, sollte der gesamte Boden möglichst trittfest sein. Dazu die Erde gut festdrücken. Vermischen mit einem Teil Lehm führt beim Abtrocknen zu einer festeren Oberfläche.

ACHTUNG: Für Vierzehensteppenschildkröten muss das Substrat im Terrarium TROCKEN sein (trockenes Sand/Erde/Lehm-Gemisch)!!

 

Einrichtung:

Grundsätzlich soll die Einrichtung wie im Freigehege gestaltet werden, also feuchte Erde als Boden mit Bereichen aus flacheren Steinen, Unterschlupf- und Klettermöglichkeiten in Form von Korkröhren, Wurzeln, dicken Ästen usw. Am besten ist es, einfach eine kleine Landschaft zu formen mit Hügeln und Tälern usw.

Unbedingt muss auch hier eine Wasserschüssel zur Verfügung stehen! Für sehr kleine Schildkröten einen flachen Stein in die Wasserschüssel legen, damit das sichere Aussteigen aus dem Schüsselchen gewährleistet ist.

In einer Ecke des Terrariums wird ein Klemmspot mit einer normalen 75-Watt-Birne angebracht, darunter ein flacher Stein. Die Temperatur auf dem Stein unter der Lampe muss 40 Grad erreichen. Speziallampen für Reptilien können natürlich verwendet werden, sind aber teuer und nicht notwendig, wenn die Schildkröten im Sommer im Freien unter natürlichem Sonnenlicht leben. Im restlichen Terrarium reicht Raumtemperatur von ca. 18-25 Grad. Die Lampe soll tagsüber solange eingeschaltet sein, wie es auch im Freien hell ist. Eine Rotlichtlampe ist völlig ungeeignet, da sich Schildkröten an Temperatur UND Helligkeit orientieren! Wärmematten oder -steine sind ebenfalls ungeeignet, da auch in der Natur die Wärme immer nur VON OBEN kommt!

Kein Heu - es schimmelt sehr schnell und sollte nur als Futter Verwendung finden. Reste müssen täglich entsorgt werden!

 

 

ERNÄHRUNG

Eine Schildkröte soll möglichst langsam wachsen. In erster Linie um gesund zu bleiben, aber auch, um einen glatten, schönen Panzer zu bekommen. Schnelles Wachstum ist unnatürlich und in höchstem Maße gesundheitsschädlich. Die sichtbare Folge sind Höcker im Panzer, weil die Knochenmasse des Panzers mit der raschen Gewichtszunahme nicht zu Recht kommt. Diese Höcker bilden sich nicht mehr zurück. Die nicht sichtbaren, aber viel gefährlicheren Folgen sind hochgradige Leberverfettung und andere Schädigungen innerer Organe, die zu einem frühen Tod des Tieres führen können.

Landschildkröten sind PFLANZENFRESSER! Das ist auch an der Länge ihres Darms und an der Dauer einer Darmpassage erkennbar. Bis vorn „eingefülltes" Futter hinten wieder rauskommt, kann bis zu vier Wochen dauern!

Um zu wissen, was europäische Landschildkröten fressen sollen, muss man sich nur die Bedingungen in ihrer Heimat vor Augen führen. Abgesehen vom Frühjahr finden sie dort nur karges Grünfutter. Auch bei uns dürfen sie deshalb nur mit Kräutern und vor allem Unkräutern von der Wiese gefüttert werden. Am besten suchen sie sich ihr Futter im Freigehege selbst. Im Terrarium sollte man so lang wie möglich einfach Grünzeug von der Wiese geben. Wenn Sie keinen eigenen Garten haben, achten Sie darauf, Flächen abzuernten, die nicht gedüngt, gespritzt oder durch die Nähe einer stark befahrenen Straße schadstoffbelastet sind. Wenn eine Schildkröte aus Krankheitsgründen nicht eingewintert werden kann, bleibt im Winter oft nichts anderes übrig, als auf Salate auszuweichen. In diesem Fall sind harte, bittere Sorten am besten geeignet - Endivie, Radicchio, Chicoree. Kleingeschnittenes Heu - über den gewaschenen Salat gestreut - sorgt für eine Aufwertung des Futters und für die nötigen Ballaststoffe. Für nur ein oder zwei Tiere ist es aber normalerweise fast den ganzen Winter über möglich, selbst unter dem Schnee noch irgendwelche Unkräuter zu finden, die in jedem Fall gesünder sind.

Es kann schon vorkommen, dass eine Schildkröte in ihrer Heimat einmal in einen Gemüsegarten vordringt und dort ein Stück Gemüse frisst, das gerade reif ist. Oder zur Zeit der Obstreife einen abgefallenen Apfel, einen Pfirsich oder eine Feige findet. In dieser Häufigkeit ist es natürlich auch bei unseren Tieren nicht schädlich, wenn man ihnen mal ein Stück Obst gibt. Solche Leckerbissen können in jedem Fall dann Anwendung finden, wenn man dem Tier z. B. ein Medikament eingeben muss. Man kann die Tablette in dem Obststückchen verstecken, in jedem Fall aber wird das Tier das Mäulchen öffnen für weitere Maßnahmen, wenn man ihm ein Leckerli vor die Nase hält.

Tierisches Eiweiß nimmt eine Schildkröte in freier Wildbahn höchstens einmal in Form einer Schnecke, eines Regenwurmes oder eines Insekts zu sich. Im Freigehege werden Sie vermutlich auch bei uns feststellen können, dass sich Ihre Schildkröte mal an einer Schnecke vergreift. Man sollte aber die Schildkrötengehege möglichst schneckenfrei halten.

Ab dem Hochsommer finden Schildkröten in ihren mediterranen Heimatbiotopen nur noch selten frisches Grünfutter. Sie müssen dann mit vertrockneten Gräsern und Kräutern vorlieb nehmen. Daran sollten auch Sie sich orientieren und bis zur Winterruhe vorwiegend trockenes Grünfutter (getrocknete (Un)Kräuter und Heu) anbieten. Man kann die Pflanzen den Sommer über sammeln und einfach in Büscheln aufgehängt selbst trocknen. Eine Alternative ist spezielles Schildkrötenheu (Agrobs), das in Deutschland (in größeren Mengen) oder auch bei uns (in kleinen Mengen) erhältlich ist. Auch in der Drogerie oder Apotheke kann man jede Art getrockneter Blüten und Blätter kaufen – allerdings zu ziemlich hohen Preisen, was aber für ein einzelnes Tier auch ab und zu leistbar ist. Auf jeden Fall muss immer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen.

KEINESFALLS dürfen Landschildkröten mit Katzenfutter, Milch, eingeweichten Semmeln, Essensresten und ähnlichem gefüttert werden - Sie setzen damit das Leben Ihres Tieres aufs Spiel! Auch handelsübliches Fertigfutter für Landschildkröten ist zu eiweißreich und soll NICHT verwendet werden. Von der Verabreichung von jeglicher Art Vitamintropfen oder ähnlichem ist ebenfalls Abstand zu nehmen! Eine Schildkröte, die artgerecht ernährt wird, hat keinerlei Bedarf an irgendwelchen Zusatzstoffen. Es wird damit meist nur Schaden angerichtet.

OBST enthält Zucker, der die Vermehrung von Darmparasiten begünstigt.

TOMATEN haben ein äußerst ungünstiges Calcium/Phosphor-Verhältnis und sind schädlich für die Nieren.

Kohlartiges Grünzeug (Blätter von Kohlrüben, Radieschengrün, Chinakohl und ähnliches) bläht auch Schildkröten und sollte vermieden werden.

Dass eine Schildkröte etwas gerne frisst, bedeutet NICHT, dass es für sie geeignet ist! Auch Menschen essen schließlich manchmal gerne Dinge, die ihnen nicht bekommen.

KALK: Um für eine ausreichende Kalkzufuhr zu sorgen, sollte man am besten Sepia anbieten. Das sind die Kalkpanzerschilder von Tintenfischen, die man z.B. auch Wellensittichen in den Käfig klemmt. Diese sorgen zum einen für ausreichende Kalkaufnahme und verhindern durch ihre Konsistenz - die Schildkröte muss daran knabbern - dass den Tieren ein Papageienschnabel wächst. Auch Muschelgrit, der für Tauben im Handel erhältlich ist, wird von den Tieren gerne angenommen.

 

 

 

UV-LICHT

Schildkröten brauchen zur Erhaltung ihrer Gesundheit und Bildung von Panzer und Knochen unbedingt UV-Licht. Und zwar nicht nur UVA - wie vielfach angenommen wird - sondern in erster Linie UVB-Strahlung! Diese ist zur Aufnahme und Verwertung des Knochen bildenden Vitamin D unabdingbar. Im Idealfall handelt es sich um natürliches Sonnenlicht, das aber ungefiltert - nicht durch eine Glasscheibe - auf das Tier einwirken muss.

Schildkröten, die im Sommer im Freigehege leben (was ohnehin selbstverständlich sein muss), benötigen in der Übergangszeit - so sie diese aus irgendwelchen Gründen im Innenterrarium verbringen müssen - nicht unbedingt zusätzliche UV-Bestrahlung.

Schildkröten, die - zum Beispiel krankheitsbedingt - längere Zeit oder den ganzen Winter im Innenterrarium verbringen müssen, brauchen technischen Ersatz für das natürliche Sonnenlicht. Geeignete Lichtquellen hierfür (z.B. HQI, HQL etc.) sind im Zoobedarf erhältlich.

 

 

 

KRANKHEITEN

Auf Krankheiten soll hier ganz bewusst nicht im Detail eingegangen werden, um Selbstdiagnosen und dementsprechende Behandlungen zu vermeiden. Selbst bei den Tierärzten gibt es nur wenige, die über Reptilien und in der Folge Schildkröten wirklich gut Bescheid wissen. Deshalb gehören diese Tiere bei möglicherweise krankhaften Veränderungen unbedingt in fachkundige Hände!

Alarmsignale sind jedenfalls: Veränderungen an Panzer oder Haut, Wunden und Geschwüre, Appetitlosigkeit, Apathie, Änderungen im Verhalten, Durchfall oder Verstopfung, entzündete oder geschwollene Augen, Hervortreten der Nickhaut über das Auge, Geräusche beim Atmen, Absonderungen aus der Nase, Beläge im Maul und auf der Zunge, Veränderungen am Trommelfell, Nachziehen eines Beines, Schmerzen: Schildkröten äußern Schmerz durch weites Herausrecken des Kopfes bei gleichzeitigem weiten Öffnen des Maules. Überhaupt sollte jedes ungewohnte Verhalten Anlass zu genauer Beobachtung und nötigenfalls Vorstellung beim Tierarzt geben.

Wir haben uns bemüht, jene Tierärzte in Österreich zu finden, die im Umgang mit Schildkröten Erfahrung haben. Auf unserer Homepage http://www.schildkroetenhilfe.at finden Sie eine Auflistung, die laufend aktualisiert wird. Wenn Ihnen noch weitere solcher Tierärzte bekannt sein sollten - bitte melden Sie sich bei uns!

WURMBEFALL

Ein spezielles Kapitel - besonders im Hinblick auf die Überwinterung - ist der Wurmbefall, der eigentlich nicht als "Krankheit" zu werten ist. Jede im Freiland gehaltene Schildkröte nimmt Wurmeier auf - zum Beispiel durch Vogelkot - und hat damit keinerlei Probleme, solange sich der Befall im normalen Rahmen bewegt. Durch verschiedene Umstände können sich diese Darmparasiten aber enorm vermehren und dadurch zu gesundheitlichen Problemen bis hin zum Tod führen – insbesondere, wenn Schildkröten in diesem Zustand eingewintert werden. Die häufigsten Ursachen dafür sind:

Stress, verursacht zum Beispiel durch ständiges Aufnehmen des Tieres, oftmaliges Hin- und Hertragen zwischen drinnen und draußen, Reisen bzw. Transporte usw.;

falsche Ernährung - vor allem mit zucker- oder stärkehältigen Dingen, wie Obst, Semmeln etc. Zucker wirkt wie "Dünger" auf Darmparasiten;

herabgesetzte Abwehrkräfte durch Vorerkrankungen.

Wenn man nun ein Tier seit Jahren artgerecht pflegt und keine Krankheiten oder Stresssituationen aufgetreten sind, ist eine Entwurmung meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig. Wenn man aber ein Tier neu bekommt, sollte auf jeden Fall entwurmt werden. Erstens kennt man die Vorgeschichte meist nicht und zweitens ist die Übersiedlung des Tieres in ein neues Gehege ein Stressfaktor. Zur Sicherheit sollte aber vorher beim Tierarzt eine Kotprobe unter dem Mikroskop untersucht werden um festzustellen, ob wirklich vermehrt Parasiten darin zu finden sind.

Entwurmen kann jeder Tierarzt. Er flößt der Schildkröte das Wurmmittel mittels einer Magensonde ein. Das ist eine ganz kurze und schmerzlose Angelegenheit, die längste Zeit nimmt das Warten darauf in Anspruch, dass das liebe Krötentier den Kopf aus dem Panzer streckt....

Bei sehr starkem Befall ist unter Umständen eine zweite oder sogar dritte Entwurmung im Abstand von jeweils zwei Wochen nötig. Das muss der Tierarzt anhand der Kotprobe entscheiden.

WICHTIG:

Eine Darmpassage (= Zeitspanne von "Futter vorne rein bis hinten wieder raus") dauert bei Schildkröten bis zu 4 Wochen. Entwurmt sollte am besten im Juli/August werden, weil dann im Anschluss an die Entwurmung noch genügend Zeit ist, dass das Tier vor Beginn der kühleren Jahreszeit alles wieder ausscheiden kann. Bevor also ein Tier auf die Winterruhe vorbereitet werden darf, muss es nach der letzten Entwurmung mindestens 4 Wochen bei normalen warmen Bedingungen gehalten werden (notfalls im Terrarium), damit alle abgestorbenen Würmer und Wurmeier wieder ausgeschieden werden! Solche Rückstände im Darm während der Winterruhe können eine Blutvergiftung verursachen, die meist tödlich endet. Erst nach dieser Zeitspanne darf mit der ca. 6-8 Wochen dauernden Vorbereitung auf die Einwinterung begonnen werden (siehe Kapitel WINTERRUHE/EINWINTERN)

 

 

WINTERRUHE

Allgemeines

Die Winterruhe ist ein für die Schildkröte von der Natur vorgesehener Zustand, um schadlos Zeiten mit zu kalten Temperaturen und fehlendem Nahrungsangebot zu überstehen. Da wir wissen, dass Schildkröten für die Nahrungsaufnahme und Verdauung Temperaturen von um die 40 Grad brauchen, ergibt es sich auf ganz natürliche Art, dass bei im Herbst stetig fallenden Temperaturwerten die Nahrungsaufnahme immer weiter eingeschränkt wird und der Stoffwechsel sich verlangsamt. Bei einer Temperatur von ca. + 5 Grad Celsius kommt der Stoffwechsel der Tiere nahezu zum Stillstand, ebenso sinkt der Sauerstoffbedarf stark ab. Bleiben die kalten Wetterbedingungen eine Zeit lang konstant, graben sich die Tiere schließlich in die Erde ein. Sie graben so tief, bis eine Stelle gefunden ist, wo Feuchtigkeit und Temperatur ideal sind. Lediglich die „russische" Landschildkröte überwintert in weitestgehend trockenen Böden.

Es ist kein todesähnlicher Zustand, in dem die Schildkröte bewegungslos den ganzen Winter verharrt, sondern meiner Meinung nach recht gut beschrieben mit „extremer Verlangsamung aller Lebensfunktionen". Sie bewegt sich fallweise wie in Zeitlupe, verändert ihre Lage. Manchmal werden auch noch Reste von Kot oder Harn ausgeschieden. Wenn es im Winter so kalt werden sollte, dass die Frostgrenze bis zu dieser Stelle vordringt, gräbt das Tier instinktiv noch tiefer, wo es wieder etwas wärmer ist. Bei einer Idealtemperatur von 4 bis 6 Grad und der passenden Luftfeuchtigkeit brauchen Schildkröten weder Nahrung noch Wasser und verlieren, wenn sie gesund sind, maximal einige wenige Prozent ihres Körpergewichts. Viele nehmen während der Winterstarre sogar ein bisschen an Gewicht zu – so schwer man sich das auch vorstellen kann.

WARUM

Die Tatsache, dass die Schildkröte in der Natur deshalb in die Winterstarre fällt, weil es zu kalt ist und nichts zu fressen gibt, heißt NICHT, dass sie diesen Zustand in Gefangenschaft nicht braucht. Der Organismus der Tiere ist auf eine Winterruhe ausgerichtet, auch wenn wir ihnen in Gefangenschaft im Winter warme Temperaturen und Nahrung anbieten könnten. Die Überwinterung bei niedriger Temperatur gibt einen Impuls an den Körper, der zum Beispiel für die Fruchtbarkeit wichtig ist. Allerdings kann man die Winterruhe in Gefangenschaft ohne weiteres kürzer halten als in der Natur. Sind die Tiere gesund und richtig eingewintert, überstehen sie den Winter schadlos. Kranke oder geschwächte Schildkröten dürfen auf keinen Fall eingewintert werden!

WICHTIG:

Schildkröten brauchen entweder Winterstarre oder volle „Betriebstemperatur"! Das heißt ungefähr 5 Grad, um den Stoffwechsel zum Stillstand zu bringen oder mehrere Stunden pro Tag Aufwärmmöglichkeit auf ca. 40 Grad mittels Lampe im Terrarium, um den Stoffwechsel voll in Gang zu halten. Die übrige Raumtemperatur ist nicht so entscheidend, sollte aber schon um die 20 Grad betragen.

Wird das Tier bei „mittleren" Temperaturen gehalten, so bleibt der Stoffwechsel geringfügig in Gang und verbraucht Energie, es wird aber durch die fehlende Möglichkeit, den Organismus auf „Betriebstemperatur" aufzuwärmen, keine Nahrung aufgenommen und verdaut. Die Folgen sind fatal.

 

WIE UND WO

Für die Winterstarre muss sich eine Schildkröte vollkommen in Erde eingraben können (was nicht heißt, dass sie das auch immer tut). Die Erde muss FEUCHT sein, ausgenommen für die „russische" Landschildkröte - sie benötigt weitgehend trockenes Substrat. Am besten füllt man einige Schaufeln ungedüngter Gartenerde oder (ungedüngte) Aussaaterde aus dem Gartenmarkt in eine Kiste oder Kunststoffbox oder ähnliches. Das Behältnis sollte mindestens vier Mal so groß sein wie die Schildkröte und so hoch mit Erde befüllt, dass das Tier sich vollkommen eingraben kann. Man KANN obenauf Laub oder Stroh geben, KEINESFALLS aber Heu, weil Heu in Verbindung mit Feuchtigkeit innerhalb von wenigen Tagen zu schimmeln beginnt! (Heu sollte besser nur zu Futterzwecken Verwendung finden und Reste regelmäßig entsorgt werden.) Den Behälter oben luftig abdecken, zum Beispiel mit einem Gitter, einem Tuch, einem Holzrost oder ähnlichem. In diesem Behältnis, eingegraben in leicht feuchter Erde, sollte nun die Schildkröte an einen ruhigen Ort verbracht werden, wo eine Temperatur von möglichst konstant 5 Grad herrscht und der gesichert ist gegen Gefahren, wie Ratten, Marder, Mäuse usw.

WO dieser Ort ist, ist nicht entscheidend. Es kann ein Keller oder Dachboden, eine Garage oder auch ein Kühlschrank (!) sein. Wenn die Bedingungen stimmen, ist es der Schildkröte völlig egal, wo ihr Winterkistchen steht. Ein Kühlschrank mag seltsam erscheinen, aber er hat den Vorzug gleich bleibender Temperatur und bietet Schutz gegen Gefahr durch Nager oder andere tierische Schädlinge. Natürlich kann man nicht einfach den Küchenkühlschrank verwenden, der pausenlos auf- und zugemacht wird. Aber ein kleiner Extrakühlschrank im Keller oder Abstellraum ist gut geeignet. Jeden zweiten Tag einmal kurz die Kühlschranktür öffnen reicht für den Luftaustausch. In der Winterstarre verbraucht die Schildkröte nur sehr wenig Sauerstoff. Vor Benutzen eines Kühlschranks zur Überwinterung UNBEDINGT ein bis zwei Wochen lang mit Thermometern die Temperatur im Gerät überprüfen (oben, unten und in der Mitte – die Temperatur ist nicht überall gleich!) und gegebenenfalls neu einstellen!

EINWINTERN

Die beste Vorbereitung auf die Winterruhe ist jene, die die Tiere selbst im Freigehege vornehmen. Wenn die Temperaturen im Herbst langsam sinken, reduziert die Schildkröte auch langsam die Nahrungsaufnahme, bis sie das Fressen schließlich ganz einstellt. Wenn ein Zufüttern im Gehege nötig war, sollte man jetzt nur noch trockene Pflanzen anbieten, damit möglichst keine gärfähigen Reste im Darm verbleiben. (siehe auch bei "Ernährung"). Ziel ist es, die Tiere mit möglichst leerem Verdauungstrakt einzuwintern. Dabei ist auch zu beachten, dass eine Darmpassage (=kompletter Durchmarsch der Nahrung von "vorne rein bis hinten raus") bis zu 4 Wochen dauern kann!

ACHTUNG: Wie im Kapitel WURMBEFALL beschrieben, muss eine etwaige Entwurmung bereits im Sommer durchgeführt worden sein. Die Schildkröte muss zur kompletten Wiederausscheidung mindestens 4 Wochen warme Temperaturen gehabt haben. Wurde oder wird später entwurmt, ist der Ablauf wie im Kapitel WURMBEFALL beschrieben unbedingt einzuhalten!

Solange die Außentemperaturen nachts nicht tiefer als minus zwei bis drei Grad sind, ist es für die Schildkröte - eingegraben in ihrem Schutzhaus oder unter Pflanzen oder Laubhaufen - noch nicht zu kalt. Immer vorausgesetzt, das Tier ist gesund. Ständiges Hin- und Hertragen zwischen Garten und Haus ist nicht zu empfehlen, weil es erstens Stress für die Tiere bedeutet und zweitens den doch einigermaßen kontinuierlichen Klimawechsel in Richtung Winter durcheinander bringt. Vor dem richtigen Frost kann man das Tier nahtlos in die Winterkiste an den Überwinterungsort verbringen.

Die simulierte Wintervorbereitung von in Terrarien gehaltenen Tieren ist ungleich aufwändiger. Über einen Zeitraum von ca. 8 Wochen wird die Beleuchtungsdauer (= Wärmequelle) wöchentlich reduziert bis auf Null (die ersten zwei Wochen nichts verändern), ebenso sollte die Bodentemperatur unter der Lampe langsam abfallen (z.B. durch Höherhängen der Lampe oder durch Einsetzen eines schwächeren Leuchtmittels). Nachts soll die Temperatur in der ersten Vorbereitungshälfte zwischen 15 und 10 Grad liegen, anschließend unter 10 Grad. Im Lauf der ersten Wochen sollten die Schildkröten die Nahrungsaufnahme von selbst reduzieren (nur mehr TROCKENES FUTTER anbieten, wie z.B. Kräuterheu, und natürlich Wasser) und nach ca. zwei Drittel der Zeitspanne ganz einstellen. Im Anschluss daran stellen die Tiere langsam alle Aktivitäten ein, entleeren noch nach und nach den Darm und sind dann bereit für die Winterkiste.

Vor der endgültigen Einwinterung muss die Schildkröte gewogen werden. Ungefähr alle drei bis vier Wochen sollte das Gewicht kontrolliert werden. Dazu die Waage griffbereit halten, damit das Tier nur ganz kurz herausgenommen werden muss. Ein Gewichtsverlust von bis zu 10 Prozent über den ganzen Winter ist normal. Ein stärkerer Gewichtsverlust ist Anzeichen dafür, dass irgendetwas mit dem Tier nicht in Ordnung ist. In diesem Fall sollte der Rat eines fachkundigen Tierarztes eingeholt und die Winterruhe gegebenenfalls abgebrochen werden.

DAUER

Obwohl in den Heimatbiotopen Schildkröten jeden Alters Winterruhe halten, wird vielfach die Ansicht vertreten, Schlüpflinge im ersten Lebensjahr nicht zu überwintern. Im ersten Winter ist das zwar einigermaßen vertretbar, empfehlenswert ist es aber nicht. Eine verkürzte Winterruhe von ca. 4 bis 6 Wochen wäre optimal - Ein- und Auswinterung wie beschrieben.

Für erwachsene Tiere sollte die Winterruhe so lange dauern, bis man die Schildkröten möglichst wieder nahtlos vom Überwinterungsort ins Freigehege übersiedeln kann. Wenn das Freigehege mit einem Frühbeet ausgestattet ist, kann man die Tiere schon etwas früher wieder hinaus setzen. Steht die Winterbox in einem Keller, registrieren die Schildkröten meist von selbst die Einkehr des Frühlings und krabbeln in ihrer Box an die Oberfläche. Auch im Kühlschrank überwinterte Tiere reagieren manchmal auf dieselbe Art. Bei konstanter Temperatur von 5-6 Grad muss aber meist der Mensch entscheiden, wann die Winterruhe beendet werden soll.

AUSWINTERN

Der Wechsel von der Winterruhe direkt ins Freigehege ist der einfachste. Das Tier wird einfach aus der Winterbox ins Schutzhaus im Gehege gesetzt und wacht mit steigenden Temperaturen langsam von selbst auf. Soll das Tier eine Übergangszeit im Terrarium verbringen, muss es "ausgewintert" werden. Der Vorgang des Auswinterns ist nicht so langwierig wie das Einwintern, sollte aber auch nicht abrupt erfolgen. Am besten erstreckt er sich über einige Tage, an denen die Box mit der Schildkröte täglich an einen um einige Grade wärmeren Platz verbracht wird - zum Beispiel Kühlschrank - Garage - Vorraum - kühlstes Zimmer - normale Zimmertemperatur - lauwarm baden - Terrarium.

 

 

SOMMERRUHE

Von den in diesem Buch beschriebenen Arten hält nur die Vierzehensteppenschildkröte ("russische" Landschildkröte) eine Sommerruhe. Sie stammt aus Heimatbiotopen mit sehr heißen Sommern (und sehr kalten Wintern). Die heißeste Zeit des Jahres überbrückt sie mit einer Sommerruhe, zu der sie sich genau wie zur Winterruhe vergräbt. In heißen Sommern kann das auch in unseren Klimazonen vorkommen. Zwischen Winter- und Sommerruhe bleibt diesen Tieren nur wenig Zeit für die Fortpflanzung. Aus diesem Grund sind die Männchen dieser Art auch sehr stürmische und aufdringliche "Liebhaber".

Copyright 2006 Christine Eszterle, 2340 Mödling

 

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